Montag, 05.10.2009 - Amtsblattartikel des AK Energie
Beispielhafte Energiekonzepte
im Baugebiet Affstätt

Der AK Energie begrüßt ausdrücklich den von der Stadtverwaltung vorgelegten Bebauungsplanentwurf für das Neubaugebiet "An der alten Raingasse" in Affstätt, welcher am 28.07.2009 dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorgestellt wurde.

von Joern Gutbier

Der AK-Energie ist sehr erfreut über die hierin vorformulierten Anforderungen und Möglichkeiten zur relativ hohen Dichte der Überbauung und der großen Freiheit in der Ausrichtung der Wohnhäuser und der Wahl der Dach-Formen und -Neigung.

Hiermit besteht erstmalig in Herrenberg die Möglichkeit, wesentliche Merkmale einer zukunftsgerichteten, weil energetisch optimierten und damit ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Siedlungsplanung umzusetzen, wie sie der AK-Energie seit nunmehr zehn Jahren fordert. Mit dieser Vorlage können alle zurzeit am Markt angebotenen innovativen Hausbaukonzepte genutzt werden, die eine 100% klimaneutrale Energieversorgung anstreben. Sei es das so genannte Passivhaus-, das Plusenergie- oder das Sonnenhauskonzept um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen. Hiermit wird Zukunft gestaltet und Beispielhaftes vorgegeben - weg von politisch nicht länger vertretbaren Energieträgern Öl, Erdgas, Kohle und Atom und dem mit diesen Energieträgern verbundenen Abfluss von Kapital, hin zu einer solaren, dezentralen und die lokale Wertschöpfung fördernden Energieversorgung.

Und das alles, wie das Büro e-bök aus Tübingen in einem parallel von der Stadt beauftragten "Städtebaulichen Energie und Wärmeversorgungskonzept" aufzuzeigen vermag, mindestens kostenneutral oder schon in der mittelfristigen Betrachtung wesentlich günstiger als die konventionelle Bauweise.

Umsetzung

Auf der einen Seite muss zukunftsweisende Siedlungsplanung aktiv beworben werden, damit möglichst viele Baulustige diese Möglichkeiten aufgreifen. Auf der anderen Seite besteht in Affstätt erstmalig die Möglichkeit weitergehende Vorgaben verpflichtend umzusetzen, als es der Gesetzgeber über die Energieeinsparverordnung 2009 verlangt. Da der Stadt knapp 1/3 der Flächen des Bebauungsgebiets gehören, könnte sie im Rahmen der Verkäufe die Vorgabe nach einem höherem energetischen Standard und einer 100% regenerativen Rest-Energieversorgung der Bebauung vertraglich sichern.

Ausweitung des Konzepts

Darüber hinaus wünscht sich der AK-Energie eine aktive Bewerbung dieses Konzepts auch in dem bereits beschlossenen Bebauungsplangebiet in Mönchberg "Appenhalde" und dem noch im Verfahren befindlichem, siedlungspolitisch umstrittenen Bebauungsplan "Unten im Dorf" in Kayh. Konkret könnte es so aussehen:

Mit der Handreichung und den Wirtschaftlichkeitsberechnungen könnten die immer noch vorhandenen Vorbehalte über vermeintliche Mehrbelastungen des solaren Bauens überwunden werden. Damit wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Solarzeitalter auch in Herrenberg getan.





Joern Gutbier
05.10.2009


Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda 21 Herrenberg
(in der Großen Kreisstadt 71083 Herrenberg, Kreis Böblingen)
www.agenda21-energie-herrenberg.de