14.06.2009
Stromsparen mit Hilfe von
Energiekostenmessgeräten

Wenn im April die Stromrechnung ins Haus kommt, ist man jedes Mal erneut erstaunt über die vielen Kilowattstunden, die man im Lauf des vergangenen Jahres verbraucht haben soll und fragt sich, wo denn der ganze Strom hingeflossen sein kann.

Denkt man jedoch etwas genauer nach, dann fallen einem schon manche Dinge ein, wie : im Bügelzimmer steht seit geraumer Zeit auch ein Fernseher steht und die eine Tochter schaut mit Ihrem Freund am Wochenende öfter als früher Videos. Jedes Familienmitglied hat einen eigenen PC. Selbst verbringt man viel Zeit am Eigenen Computer und nutzt das Internet vermehrt für Informationen über Google, sowie Einkäufe bei ebay. Mit Freunden und Bekannten tauscht man vermehrt e-mails aus. Zudem haben sich über die Jahre im Haushalt eine Menge elektrischer Geräte angesammelt, wie:

Zweiter Fernseher und Antennenverstärker, Radiowecker, DVD-Player, Video-Recorder, Ladeschalen von drahtlosen Telefonen, mehrere Personal-Computer mit angeschlossenen Druckern , Monitoren und Aktivlautsprecher, Modem und Router, neben den Standardgeräten wie Kühlschrank, Gefriertruhe, Waschmaschine, Wäschetrockner und Bügelmaschine. Daneben läuft noch die fest installierte Heizungsumwälzpumpe während der gesamten Heizperiode. Eine Warmwasser-Zirkulationspumpe sorgt das ganze Jahr über dafür, dass an jedem Wasserhahn sofort warmes zur Verfügung steht.

Wie hoch sind nun diese unmerklichen Vebräuche?

Die meisten der genannten Geräte zeigen nur durch eine glimmende, rote Leuchtdiode an, dass ihre elektronischen Steuergeräte nahezu unbemerkt Strom verbrauchen. Sind sie dauernd eingesteckt oder fest angeschlossen, so kann sich ein unmerklicher Verbrauch über die 8760 Stunden eines Jahres bei zwanzig Geräten mit je 5 Watt Standby-Verbrauch = 100 Watt x 8760 Stunden/Jahr auf = 876 Kilowattstunden ergeben.(grob geschätzt!)

Bei einem Strompreis von 0,21Euros pro Kilowattstunde ergeben sich rund 184 Euros heimliche, teilweise nutzlose Stromkosten!

Diese lassen sich zwar nicht ganz vermeiden, man kann jedoch durch zeitgesteuertes Abschalten oder Austauschen besonders Strom fressender Geräte wie ungeregelter Heizungspumpen die Verbrauchswerte beträchtlich reduzieren (bei Heizungs-Umwälzpumpen laut Herstellerangaben in Verbindung mit hydraulischem Abgleich bis zu 80 Prozent!)

Mit Hilfe eines geeigneten Energiekostenmessgerätes lassen sich all diese heimlichen Stromfresser aufzuspüren. Derzeit hat man die Auswahl unter cirka 50 verschiedenen Geräten, in einer Preisenspanne von 10 bis etwa 50 Euros.

Zwischen Steckdose und Stromverbraucher platziert, messen sie den durchfließenden elektrischen Strom und errechnen damit die dem Netz entnommene Leistung. Ist der persönliche Kilowattstunden-Tarif eingegeben, werden auch die Stromkosten über die Betriebszeit angezeigt. Leider gestaltet sich diese Programmierung manchmal schwierig, da die Geräte meist aus China oder Korea stammen und die Betriebsanleitung vom Importeur ins Deutsche übersetzt werden musste.

Aus diesem Grund wurden hier drei von circa 50 derzeit angebotenen Geräten hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit verglichen:

  1. Penny-Markt- und Westfalia für ca. 12 Euro
  2. Energy-Check 3000 von Conrad für derzeit ca 20 Euro
  3. Energy-Monitor 3000 von Conrad für derzeit ca. 40 Euro

Welches Gerät ist denn nun das Richtige für mich?

Hauptsächlich durch die Genauigkeit am unteren Ende des Messbereichs unterscheiden sich die verglichenen Modelle- mit den teureren Modellen kann man den Standby -Verbrauch von Fernsehern und Radios bis herunter auf ein Watt messen und anzeigen lassen. Während z.Bsp. die beiden Conrad-Geräte die Leistungsaufnahme der Ladeschale meines Funktelefons mit 1,5 bis drei Watt erfassen, zeigt das Penny-Markt-Gerät Leistung Null an!

Das obere Ende des Messbereichs erstreckt sich bei nahezu allen Geräten bis zu etwa 3000 Watt (3,0KW) Leistung, wobei alle die so genannte Wirkleistung anzuzeigen vorgeben.

Über ein Gerät der mittleren Preisklasse habe ich dauernd die Steckerleiste meines PCs angeschlossen und im Blickfeld, so dass ich immer daran erinnert werde, den Strom fressenden Laserdrucker älterer Bauart abzuschalten, wenn dieser nicht benötigt wird. Beim Einschalten schluckt dieser allein kurzzeitig ca. 600 Watt. Ebenso werde ich dazu motiviert, anstatt des Standard-PCs (200 Watt Leistung) den Laptop zu benutzen, da dieser im Betrieb nur etwa 30 Watt Leistung benötigt. Ist der PC ausgeschaltet, so braucht die Elektronik der Steckerleiste noch ca. drei Watt. Hier übertreibt mein "Energy Check3000" und zeigt etwa 6 Watt Verbrauch an, was vermuten lässt, dass es eben nur Spannung mal Stromstärke erfassen kann und somit die Scheinleistung anzeigt!

Auch die Espressomaschine muß in unserem Haushalt eine Überwachung dieser Art über sich ergehen lassen, was dazu führt, dass sie auch nach dem Brühen sofort abgeschaltet wird. Mit dem Gerät wurde festgestellt, dass die Maschine wegen der andauernd beheizten Vorwärmplatte für die Tassen einen Standby - Stromverbrauch zwischen 3 und 10 Watt hat (An-Abschaltung mit Thermostat).

Ein Bekannter hatte ein gravierenderes "Aha-Erlebnis" bei der Strommessung seines Stereo-Verstärkers. Dieser "schluckte", obwohl die letzte CD verklungen und kein Ton mehr hörbar war, noch über 40Watt Leistung !

Sehr schön lässt sich damit auch die Energieeinsparung mittels Energiesparlampen zeigen, wenn man, eingeschraubt in eine Bau- oder Werkstattlampe, wahlweise eine normale Birne mit einer Energiesparlampe vergleicht.

Natürlich lassen sich auch Verbräuche von Waschmaschinen und Trocknern während der Programmabläufe erfassen. Vorsicht ist jedoch Dauerbetrieb geboten, da diese die maximale Leistungsgrenze der preisgünstigeren E-Kosten-Meßgeräte über Gebühr beanspruchen können und aufgrund der im Inneren auftretenden Erwärmung sich das Kunstoffgehäuse verformen kann.

Für solche Haushaltsgeräte kann man alternativ die Herstellerangaben heranziehen und erfahren, dass z. Bsp. ein Wäschetrockener im Normprogramm zum Trocknen von 6 Kilo Baumwollwäsche 3,0 Kilowattstunden verbraucht, während bei Vorwahl "Schranktrocken" 4,2 KWh erforderlich werden.

Wenn man sowohl Standby- als auch genaue Verbräuche genau messen will, sollte man mindestens zu dem der mittleren Preisklasse, am besten jedoch zum hochwertigsten der Geräte greifen. Es sollte Leistungen ab 1 Watt erfassen können! Die Bedienungsanleitung sollte in verständlichem Deutsch geschrieben sein!

Als "Abschalt-Erinnerer" reicht auch das das Penny-Markt/Westfalia-Gerät.

Neben Conrad haben auch andere Elektronik- Läden vergleichbare Geräte im Programm. Manche Stromversorger, darunter auch die ENBW, bieten solche Energiekosten - Messgeräte auch unentgeltlich im Verleih an.

Infos auch unter: Stiftung Warentest, Sonderheft "Energie Spezial" Ausgabe Mai 2009, Seite 38-41


Gerne werden Ihre Fragen auch zu diesem Thema im Rahmen der monatlichen Energieberatung im Klosterhof beantwortet. Anmeldung unter: www.agenda21@herrenberg.de



Karsten Schöck
14.06.2009


Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda 21 Herrenberg
(in der Großen Kreisstadt 71083 Herrenberg, Kreis Böblingen)
www.agenda21-energie-herrenberg.de