
Auch in Gebäuden mit neueren Niedertemperatur- oder Brennwertheizungen schlummert noch ein beträchtliches Einsparpotential, das durch gezielte, fachmännische Optimierung bei vertretbaren Kosten nutzbar gemacht werden kann (Amortisation durch Energieeinsparung ein bis fünf Jahre!).
Damit Ihre Heizung möglichst energiesparend funktioniert, muss das zum Kessel zurückfließende Heizungswasser eine möglichst niedere Temperatur erreichen. Das verringert die Wärmeverluste in den Heizleitungen und ist bei Brennwertheizungen notwendig, damit die aus der Verbrennung von Öl oder Gas entstehenden Abgase (Wasserdampf und Kohlendioxid) im Wärmetauscher des Brenners kondensieren können. Bei diesem Vorgang lassen sich durch die zurückgewonnene Kondensationswärme und vermiedene Abgasverluste zwischen 10 und 20% Energie einsparen. Bei einem Erdgas-Brennwertkessel liegt der Kondensationswärmegewinn bei 11%, bei einem Öl-Brennwertkessel nur bei 6%.
Was ist zu tun?
Damit das Rücklaufwasser eine möglichst niedrige Temperatur erreicht, ist einerseits eine in gleichem Maße großzügige Heizkörperdimensionierung als auch ein so genannter "Hydraulischer Abgleich" aller Heizkörper zwingend notwendig. Warum das? Bei voll aufgedrehten Ventilen wird ein pumpennaher Heizkörper gegenüber einem solchen mit langen Zuleitungen mit Heizwasser zu schnell durchstömt. Dadurch wird das Wasser im Heizkörper nur mäßig abgekühlt, wodurch die Rücklauftemperatur dieses Heizkörpers nur wenig unter der Vorlauftemperatur liegt. Wird dann der Fehler begangen, eine stärkere Pumpe einzubauen, um ungünstiger gelegene Heizkörper noch mit der notwendigen Heizwassermenge zu versorgen, so vergrößern sich nicht nur die Verluste auf den nutzlos wärmeren Rücklaufleitungen, sondern eine Brennwertnutzung wird vereitelt und die stärkere Pumpe verbraucht unnötig viel Strom! Als Nebeneffekt können dann in den pumpennahen Heizkörpern die Ventile "pfeifen"!
Wie funktioniert der "Hydraulische Abgleich"?
Um an allen Heizkörper-Rückläufen gleich niedrige Temperaturen einzustellen, muss an allen Heizkörpern über voreinstellbare Ventilunterteile die Heizwassermenge entsprechend Heizlast und Wärmeleistung begrenzt werden. Diese Maßnahme wird als "Hydraulischer Abgleich" bezeichnet und wird von der KFW zusammen mit dem Pumpentausch mit 25% der Kosten gefördert! Alle Ventilhersteller bieten diese voreinstellbaren Ventilunterteile seit über 10 Jahren an. Ebenso sind von allen Herstellern Nachrüst-Einsätze erhältlich, deren Einbau mit einem Spezialwerkzeug ohne Wasserablassen möglich ist. Wird eine Hocheffizienzpumpe eingebaut, so kann diese ihr ganzes Einsparpotential erst im Zusammenhang mit der hydraulischen Optimierung richtig entfalten, da sich ihre aufgenommene elektrische Leistung direkt proportional der zu pumpenden Wassermenge automatisch einstellt!
Energieeinsparung auch durch Dämmen der Leitungen
Alle zugänglichen Heizungs - und Warmwasser-Leitungen müssen gedämmt werden. Dazu gibt es schon seit der alten EnEV 2007 eine Nachrüstverpflichtung (Dämmaterialstärke= mindestens Rohrinnedurchmesser!). Eine solche Verpflichtung gilt auch für die oberste Geschoßdecke, wenn das Dach nicht gedämmt ist!
Fragen zu diesem Thema werden bei der kostenlosen Energieberatung, jeweils am zweiten Dienstag im Monat, von Energieberatern der Agenda 21 im Klosterhof beantwortet.
Hermann Kempter
09.02.2010