
Die Lokale-Agenda-Gruppen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, erklärte die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner gestern beim landesweiten kommunalen Klimaschutzkongress 2010 in Böblingen. Als Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements der lokalen Gruppen hat Tanja Gönner sechs Agenda-Anerkennungspreise verliehen. Der Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda 21 in Herrenberg ist einer der Preisträger.
Als die Mitglieder des Herrenberger Arbeitskreises Energie (AKE) davon erfuhren, dass sie für einen der mit 2 500 Euro dotierten Agenda-Anerkennungspreise ausgewählt wurden, waren sie "überrascht und erfreut", erklärte AKE-Mitglied Dr. Konrad Herz gestern im "Gäubote"-Gespräch in der Böblinger Kongresshalle. Der Wettbewerb wurde zum dritten Mal ausgelobt. 49 Agenda-Gruppen und ehrenamtliche Initiativen haben sich mit insgesamt 220 Projekten für den Anerkennungspreis des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr zum Thema "Öffentlichkeitsarbeit im Klimaschutz" beworben. Die weiteren Gewinner kommen aus Tübingen, Straubenhardt, Schramberg, Wiesloch und Karlsruhe. Zudem wurde ein Sonderpreis in Höhe von 1 000 Euro an einen Arbeitskreis aus Freiburg vergeben.
Bei der Preisverleihung im Rahmen des Klimaschutzkongresses waren neben Dr. Konrad Herz auch seine Arbeitskreis-Mitstreiter Gerd Klaus und Hermann Sautter zugegen sowie Herrenbergs Baubürgermeister Andreas Gravert und Jürgen Baumer, der bei der Stadtverwaltung für die Lokale Agenda 21 zuständig ist. Rund 300 Klimaexperten, kommunale Entscheidungsträger und Politiker - darunter Regierungspräsident Johannes Schmalzl - kamen gestern Morgen in die Kongresshalle. Zur kommunalen Klimaschutzkonferenz gehörten auch ein Impulsreferat von Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie, sowie eine Podiumsdiskussion, an der sich neben Schneidewind unter anderem die Böblinger Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger beteiligte. Nachmittags fanden Workshops statt.
Bei der Bewerbung für den Agenda-Anerkennungspreis konnte der zwölfköpfige Herrenberger Arbeitskreis Energie eine ganze Reihe an Projekten und Aktionen vorlegen, die zur Öffentlichkeitsarbeit zählen. Dazu gehört beispielsweise die "Gäubote"-Serie "Energiesparer des Monats" - eine Gemeinschaftsaktion der Lokalen Agenda und des "Gäubote". Der Arbeitskreis Energie leiste eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit für Klimaschutz und erneuerbare Energien durch zahlreiche Vortragsveranstaltungen sowie durch die regelmäßige "Bauberatung Energie", verdeutlichte der Fernsehmoderator Ingolf Baur, der durch die Veranstaltung führte. "Zudem informiert der Arbeitskreis kontinuierlich über den technischen Stand, die Ertragssituation und den weiteren Ausbau der Herrenberger Sonnendächer in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Herrenberg", sagte Baur. Darüber hinaus hat der Arbeitskreis im Jahr 2009 im Rahmen der "Schnupperwoche für das Ehrenamt" einen Infoabend auf die Beine gestellt und sich unter anderem an den Herrenberger Energietagen beteiligt. Mit Hilfe der 2 500 Euro, die der AKE im Rahmen des Anerkennungspreises erhält, wird laut Herz voraussichtlich ein Lampen-Koffer für den Leuchten-Demonstrationsstand angeschafft. An dem Stand können die Agenda-Mitglieder den Energieverbrauch, die Beleuchtungsstärke und das Wechselstromverhalten verschiedener Leuchtmittel messen. Und der Arbeitskreis hat weitere - noch nicht spruchreife - Ideen, wie das Geld eingesetzt werden kann.ausrücken fehlt
Ausstoß wird gesenkt
Das Klimabewusstsein in den baden-württembergischen Städten und Gemeinden sei gestiegen, lobte Umweltministerin Tanja Gönner. Gleichzeitig bedauerte sie, dass die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen nur bescheidene Ergebnisse gebracht habe. "Kommunaler Klimaschutz ist nach Kopenhagen wichtiger denn je", betonte die CDU-Politikerin. Immer mehr Kommunen betreiben laut Gönner ein Energiemanagement. Dadurch werde der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase gesenkt. Erfahrungen zeigten, dass durch Energiemanagement ohne Investitionen rund 25 Prozent des Energieverbrauchs bei kommunalen Gebäuden eingespart werden könnten. Gönner verwies auf die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Programms "Klimaschutz Plus". Außerdem unterstütze das Land die Kommunen und Landkreise bei der Teilnahme am "European Energy Award" mit je 8 000 Euro. Neu ausgeschrieben ist der Wettbewerb "Klimaneutrale Kommune", für den rund zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Dr. Konrad Herz nutzte die Gelegenheit, um die Umweltministerin auf das Thema Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken anzusprechen: "Das ist für mich ein großer Stein des Anstoßes." Herz sprach von einem "Rückschritt und einer Barriere" für erneuerbare Energien. Tanja Gönner betonte derweil, dass für sie erneuerbare Energien und erneuerbare Wärme im Vordergrund stünden.
Der Arbeitskreis Energie (AKE) der Lokalen Agenda 21 in Herrenberg freut sich über den ‚Agenda-Anerkennungspreis Klimaschutz', der ihm von Umweltministerin Tanja Gönner verliehen wurde, im Rahmen des Kommunalen Klimaschutzkongresses.
Rund 300 Experten, kommunale Entscheidungsträger, Journalisten und Politiker waren in die Böblinger Kongresshalle gekommen, unter ihnen auch die Herrenberger Stadt- und Kreisrätin Annegret Stötzer-Rapp, der Landtagsabgeordnete Dr. Tobias Brenner, der Erste Bürgermeister Andreas Gravert, Jürgen Baumer, der bei der Stadtverwaltung für die Lokale Agenda zuständig ist, Esther Elbers für den "Gäubote", Berthold Hanfstein als Geschäftsführer der Energieagentur Kreis Böblingen, sowie Gerd Oelsner, Leiter des Agenda-Büros der LUBW - Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg.
Der zwölfköpfige AKE war durch seinen Sprecher Dr. Konrad Herz und die Arbeitskreis-Mitstreiter Gerd Klaus und Hermann Sautter vertreten.
Für die Auszeichnung des Stuttgarter Ministeriums für Umweltschutz, Naturschutz und Verkehr zum Thema "Öffentlichkeitsarbeit im Klimaschutz" hatten sich 49 Gruppen beworben. Die fünf weiteren Gewinner kommen aus Tübingen, Straubenhardt (Enzkreis), Schramberg, Wiesloch und Karlsruhe.
Über die Verwendung des Preisgelds in Höhe von 2.500 Euro wird der AKE erst bei seinem 124. Arbeitstreffen am 9. November 2010 diskutieren, zu dem wie immer Gäste herzlich eingeladen sind. An diesem Tag findet im Herrenberger Klosterhof in der Bronngasse auch die nächste Bauberatung Energie statt.


