
Bei der letzten Sitzung des AK Energie waren Rolf Bickelmann, Gebäudemanagement-Leiter von Herrenberg und Sibylle Gehr-Severin, Gebäudeenergie-Beraterin zu Gast. Die deutsche Energieagentur Dena hatte Herrenberg mit dem Label "Good Practice Energieeffizienz" ausgezeichnet und somit die Stadt in die Riege vorbildlicher Projekte, die zur Energieeinsparung beitragen, gehoben. Damit ist Herrenberg wie Tübingen bundesweit in diesem Bereich an der Spitze.
Seit November vergangenen Jahres sind 20 Ämter - so das Liegenschaftsamt und das Hochbauamt - im Amt für Gebäudemanagement zusammengefasst. 170 öffentliche Gebäude sind das für Herrenberg und seine Ortsteile, 75 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind diesem Bereich zugeordnet. Bis noch vor kurzem wurden jährlich Energieberichte von Ingenieurbüros erstellt, dafür ist nun seit vergangenem Jahr die Klimaschutzmanagerin und gelernte Elektromeisterin Sibylle Gehr-Severin zuständig.
30 Prozent Energie eingespart
Seit 1998 werden auf Anregung der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg Energieberichte erstellt. Ressourcenverbräuche für Wärme, Strom und Wasser waren für Herrenberg erfasst worden. So konnte der Durchschnittsverbrauch aller Gebäude von 170 kWh/m² in 1998 auf 120 kWh/m² gesenkt werden. Es wurden dabei günstige Maßnahmen umgesetzt wie Anlagenoptimierung oder Thermostate. Damit habe Herrenberg, so Bickelmann, die Vorgaben des Klimaschutz-Protokoll von Kyoto schon jetzt erfüllt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: durch die Sanierungen sind 30 Prozent Energie und jährlich ungefähr 400.000 Euro eingespart worden, in zehn Jahren waren das fast fünf Millionen Euro. Eine Entwicklung, die laut Rolf Bickelmann als "nachhaltig" bezeichnet werden kann.
Energiekataster für Herrenberg
Ein Energiekataster, das den Ist- und Sollzustand für städtische Gebäude dokumentiert, wurde im vergangenen Jahr von der Firma ebök erstellt. Ziel ist es nun, den Wärmeverbrauch der Gebäude weiter von 120 kWh auf 92 bis 94 kWh zu senken. Der Energiekataster wird am 14. Februar im Technischen Ausschuss des Gemeinderates vorgestellt.
Ausblick und Kritik
Wie sehen weitere Energiesparmaßnahmen aus? Auf Anfrage des AK Energie meinte der Gebäudemanager, dass weitere Sonnendächer schon anvisiert sind: das Restdach der Jerg-Ratgeb-Realschule und die Grund-und Hauptschule in Kuppingen sollen mit weiteren Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Der AK Energie schlägt weiter vor, eine Energieverbrauchsanzeige anzubringen, da der Anschluss bei den Herrenberger Schulen nicht die zentralen Daten erfasst. Des weiteren sei Kritik an einer unzureichenden und energetisch fragwürdigen Hallenbelegung in Gültstein an den AK herangetragen worden. Rolf Bickelmann sagt zu, dass er eine Hallenbelegung erstellt und dem AK Energie zukommen lässt.
Dr. Konrad Herz
19.01.2012