17.11.2009
Lokale Agenda 21 in Herrenberg
Energie-Arbeitskreis empfiehlt Bioerdgas

Bioerdgas vermindert Abhängigkeit von Energieimporten und schafft Arbeitsplätze im eigenen Land. Die Mischung von Biogas und Erdgas ist preiswert und es ist kinderleicht, auf Bioerdgas umzusteigen: Keine Zusatzinvestition - eine vorhandene Gasheizung kann bleiben wie sie ist - und mit weniger als zehn Euro im Monat trägt man zum Klimaschutz so viel bei wie achtzehn Fichten im Wald. - Einstimmig hat deshalb der Energiearbeitskreis der Herrenberger Agenda 21 vor wenigen Tagen beschlossen, das Herrenberger Bioerdgas-Angebot zu unterstützen, als noch kleinen Schritt in die richtige Richtung, und zu seiner Bewerbung beizutragen.

von Hermann Sautter

Vom Herrenberger Gasversorger bekommt man Bioerdgas seit Oktober. Im Hinblick auf eine solche Mischung aus fossilem Erdgas und aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugtem Biogas ergaben sich seit einem Jahr immer wieder Kontakte zum örtlichen Energiearbeitskreis. - Aus Anlass der Initiative von "einfach-gutes-klima" erklärte dazu die Landes-Umweltministerin: "Mit der Bioerdgasinitiative wird eine bislang vorhandene Lücke geschlossen, weil nun auch mit einer herkömmlichen Gasheizung auf Biogas umgestellt werden kann." Außerdem: Wenn in bestehenden Wohngebäuden die Heizung erneuert wird, so müssen schon ab Januar erneuerbare Energien und Energieeffizienz berücksichtigt werden. Dazu Tanja Gönner: "Die Hausbesitzer können dabei unter einer Vielzahl von alternativen Möglichkeiten wählen, um die Vorgaben zu erfüllen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Dazu zählt auch die Nutzung von Bioerdgas."

" Oder er müsste Bäume pflanzen "

Bei der Verwendung von herkömmlichem Erdgas belastet ein Gasbedarf von 25.000 Kilowattstunden (z.B. Reihenhaus) Umwelt und Klima mit jährlichen 4.750 kg Kohlendioxid. Mit Bioerdgas werden 475 kg CO2 eingespart. Wegen seines zehnprozentigen Anteils an kohlendioxid-neutralem Biogas, ist nämlich CO2mäßig so zu rechnen, wie wenn 2.500 kWh (zehn Prozent) weniger verbraucht werden.

Um mit einem PKW so viel Kohlendioxid einzusparen, müsste ein Hausbesitzer auf über 2.000 Autokilometer verzichten, also zum Beispiel an mehr als zweihundert Arbeitstagen auf die zusammen zehn Autokilometer zum Arbeitplatz und zurück.

Oder er müsste Waldbäume pflanzen. Mit 18 Fichten oder 14 Buchen könnte er den gleichen Klimaschutzeffekt erreichen wie mit der viel bequemeren Umstellung auf Bioerdgas. Tatsächlich ist zwar die Menge von Baum zu Baum verschieden, man kann aber nach www.wald.de davon ausgehen, dass durch Photosynthese Fichten und Buchen im Wald so viel Kohlendioxid absorbieren.

" ... für Gäu-Biogas sorgen "

In den nächsten paar Jahren wird der Herrenberger Biogasanteil zwar noch aus dem schwäbischen Laupheim kommen, wo zwischen Ulm und Ravensburg zwanzig Landwirte gemeinsam eine Biogasanlage betreiben, für die sie den nachwachsenden Rohstoff selber erzeugen.

Die im Gäu Verantwortlichen sollten aber die Herrenberger Markteinführung von Biogas nutzen, um mit der Zeit für Gäu-Biogas zu sorgen, auch mit Hilfe von Energiegenossenschaften und Kooperationen, so die Auffassung des Energiearbeitskreis der Agenda 21, die " in gewissem Umfang " auch von Bürgermeisterin Gabriele Getzeny geteilt wurde, jedenfalls noch im Juni.

Es lohnt sich, Bioerdgas vom Herrenberger Versorgungsbetrieb, Telefon 07032 - 94 81 53, zu beziehen. So nämlich sorgt man für Arbeitsplätze im eigenen Land, vermindert Abhängigkeit von Energieimport und trägt zum Klimaschutz bei, bei moderaten Mehrkosten von weniger als zehn Euro im Monat und gänzlich ohne eigene Investition. Zu diesem Fazit kommt der Energiearbeitskreis, dem auch mehrere zertifizierte Energieberater angehören.

Im Internet:

 stadtwerke.herrenberg.de/erdgas/swh-bio-erdgas.html 

 www.einfach-gutes-klima.de/service/infomaterialien/ 

 www.agenda21-energie-herrenberg.de 


Hermann Sautter
17.11.2009


Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda 21 Herrenberg
(in der Großen Kreisstadt 71083 Herrenberg, Kreis Böblingen)
www.agenda21-energie-herrenberg.de