
Als die Photovoltaikanlage der Jerg-Ratgeb-Realschule (JRS) am vergangenen Donnerstag offiziell eingeweiht wurde, hatten die 172 Module in weniger als sechs Wochen bereits mehr klimafreundlichen Sonnenstrom erzeugt, als eine vierköpfige Familie in einem ganzen Jahr braucht. Eingeladen hatten die Mitglieder des Arbeitskreises Energie der Lokalen Agenda 21, und gekommen sind zahlreiche Anteilseignerinnen, Anteilseigner, Gemeinderäte und Gäste.
Wilfried Eisner informierte als Kaufmännischer Werkleiter der Stadtwerke (SWH) über den Bau und den Betrieb der etwa 150.000 Euro teuren Anlage, die von 52 Anteilseingerinnen und Anteilseignern finanziert wurde. Bei einer installierten Leistung von 29,2 kWPeak ergibt sich eine voraussichtliche Stromerzeugung von 28.000 Kilowattstunden im Jahr, was dem Strombedarf von acht vierköpfigen Familien und einer jährlichen Einspeisevergütung von 13.800 Euro (Mittelwert) entspricht. (Die Festrede von Herrn Eisner kann hier nachgelesen werden.)
Dem Engagement des Energiearbeitskreises ist es zu verdanken, dass in unserer Stadt nun schon das fünfte von privaten Anteilseignern auf Schulgebäuden finanzierte Sonnendach in Betrieb und das sechste auf der Schüz-Realschule planerisch und finanziell gut unterwegs ist. Eisner: "Dies zeigt eine weiterhin gute Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zur Investition in Solardächer und damit auch in den Umwelt- und Klimaschutz." Immerhin seien seit Inbetriebnahme der ersten Anlage im Juni 2002 bis jetzt 242 Tonnen CO2 vermieden worden.
Kontrapunkte bei der offiziellen Einweihung des Sonnendachs der Jerg-Ratgeb-Realschule (JRS)
Das Quartett der "Solarstreicher" mit Dr. Konrad Herz, 1. Geige, Elisabeth Hiermaier, 2. Geige, Dr. Fritz Phillipp, Bratsche und Martin Dietze, Cello spielte sonst selten aufgeführte Salonmusik und setzte damit einen Kontrapunkt zum anschaulichen Vortrag von Konrad Herz über "Aktuelle Perspektiven von Photovoltaik-Anwendungen", während der Cellist - zugleich Sprecher und Webmaster des Arbeitkreises Energie - das Programm des gelungenen Abends moderierte.
Fachvortrag über Photovoltaik
Dr. Herz, Gründungsmitglied und Aktiver im Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda, arbeitet als Physiker am Stuttgarter Zentrum für Sonnenenergie-und Wasserstoff-Forschung (ZSW) und führte insbesondere folgendes aus:
Photovoltaik: Medium für Unterricht
Als stellvertretende Schulleiterin nutzte Brigitte Dammenhain diese Zeit, Kontakte zu pflegen, wobei sie sich auch wünschte, dass die Photovoltaikanlage für den Unterricht in den Naturwissenschaften genutzt wird. Es ist ihr nämlich aufgefallen, dass sich Schülerinnen und Schüler sehr für die Sonnenstromdaten interessieren, wie sie elektronisch und ständig aktuell gleich neben der Schuluhr angezeigt werden.
Hermann Sautter
26. 04. 2007