23.05.2011
Ökostrom von der neuen Markweghalle
in Herrenberg
Passend zu Herrenbergs Leitbild und zu der seit März stark gestiegenen Nachfrage nach Ökostrom: Die neunte Ausbaustufe des Herrenberger Sonnendachs geht in diesen Tagen ans Netz


Noch bevor die jüngste Herrenberger Sporthalle bezugsfertig ist, fließt schon Solarstrom von ihrem Dach. Somit ist Herrenbergs jüngste Sporthalle das erste städtische Gebäude, das von Anfang an für die Energiewende photovoltaisch gerüstet ist.

von Hermann Sautter

Geschätzte 42.000 Kilowattstunden Jahresproduktion werden rechnerisch den Jahresbedarf von etwa zwölf vierköpfigen Familien decken. Zusätzlich zur Vermeidung radioaktiven Abfalls werden jährlich 30 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Dafür sorgen auf dem Flachdach 192 nach Süden ausgerichtete Photovoltaik-Module. Zusammen ergeben sie eine Fläche von über 300 Quadratmeter, bei einer Dachfläche so groß wie viereinhalb Tennisplätze und einer installierten Leistung von 45 Kilowatt-peak. Die Kosten belaufen sich auf runde 128.000 Euro, Planungskosten bereits eingeschlossen.

Bürgerinnen und Bürgern gehört auch diese mittlerweile neunte Ausbaustufe. Neben der Katholischen Kirchengemeinde, einer örtlichen Wohngemeinschaft und sieben Auswärtigen haben 35 Herrenbergerinnen und Herrenberger Beteiligungsverträge mit den Stadtwerken abgeschlossen, die auch diese Bürger-Gemeinschaftsanlage wieder betreiben und sie gegen praktisch jede Art von Unbill versichern.

Großer Dank gebührt den Anteilseignerinnen und Anteilseignern, die privates Geld zur Verfügung stellen, dem Gemeinderat für seinen Beschluss vom November letzten Jahres, Rolf Bickelmann als Leiter des städtischen Hochbaus, Helmut Seiwald vom Steinbeis-Transferzentrum für Energie-, Gebäude- und Solartechnik als Planer, der Liefer- und Montagefirma Widmann Solartechnik, die bei der Submission im März das günstigste Angebot abgegeben hat, sowie Herrenbergs Stadtwerken als bewährtem Betreiber des Herrenberger Sonnendachs.

Das Herrenberger Sonnendach verfügt jetzt über eine Gesamtleistung von fast 370 Kilowatt-peak, bei privat finanzierten Investitionskosten von zusammen über anderthalb Millionen Euro.

Initiiert wurde das Herrenberger Sonnendach vor über zehn Jahren von der Lokalen Agenda. Der Energie-Arbeitskreis bewirbt es regelmäßig und steht bei Fragen zur Verfügung.

Das von Helmut Seiwald noch vor Fertigstellung der Photovoltaikanlage auf dem Flachdach der neuen Markweghalle aufgenommene Foto zeigt im Vordergrund einen Teil der 192 nach Süden ausgerichteten PV-Module.
Im Hintergrund - oben im Bild - ist das Andreae-Gymnasium (AGH) zu erkennen.



Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda 21 Herrenberg
(in der Großen Kreisstadt 71083 Herrenberg, Kreis Böblingen)
www.agenda21-energie-herrenberg.de