
Herrenberg - Premiere in der Gäustadt: Gestern wurde die erste Solarstraßenlampe Herrenbergs eingeweiht. Sie beleuchtet nun den Rad- und Fußweg zwischen der Gültsteiner Straße und der Paul-Gerhardt-Straße.
Die "Mira S" ist für den Arbeitskreis Energie nicht nur eine Solarleuchte, sondern "im übertragenen Sinn ein Leuchtturm", verdeutlichte Herz. Damit lasse sich Strom sparen und Solarenergie nutzen - beides sind wichtige Ziele des Arbeitskreises. Strom spart die Leuchte zum einen, weil alle zwölf Leuchtioden zusammen nur zwölf Watt elektrische Leistung benötigen - das ist fünfmal weniger als eine herkömmliche 60-Watt-Glühbirne. Zum anderen spare die Lampe durch die Solarzellen, die in dem schwarzen oberen Lampenstiel untergebracht sind, den Strom aus der Steckdose, so Dr. Konrad Herz. Dadurch braucht die Lampe keinen Netzanschluss.
Die gewünschte Lichtverteilung unter der Leuchte wird mit kleinen optischen Elementen vor den LEDs erzielt. Erreicht werden soll eine Lebensdauer von über 75 000 Stunden. Dies senke die Wartungs- und Servicekosten. Die in dem dunklen Teil untergebrachten monokristallinen Solarzellen sind auf dem Zylindermantel rundum angeordnet, so dass der Blei-Gel-Akku bei jedem Sonnenstand Strom auftanken kann. Zusammen haben die Solarzellen eine Fläche, die einem 100-Watt-Solarmodul entspricht. Bei voller Aufladung des Akkus kann die Lampe 24 Stunden lang leuchten. Eine integrierte Speicherkarte dokumentiert das Betriebsverhalten der Lampe wie beispielsweise die Leuchtdauer und den Akkustand. Die Straßenleuchte schaltet sich am Abend ein, wenn die Spannung des Solarmoduls einen gewissen Grenzwert unterschreitet. Dann leuchtet sie etwa bis Mitternacht.
HERRENBERG. Die erste Solar-Straßenleuchte in Herrenberg ist in Betrieb und hebt sich nicht nur durch ihre innovative Technik, sondern auch durch ihre Optik von der herkömmlichen Straßenlampe ab.
Der Arbeitskreis Energie der Lokalen Agenda hatte dazu die Idee und investierte das Preisgeld des Innovationspreises 2007 der KREISZEITUNG in Höhe von 2000 Euro. Die Stadt Herrenberg legte die gleiche Summe dazu, um in die neue Technik einzusteigen. Die Lampe strahlt nun über dem Fußweg auf dem Grünbereich zwischen dem Gültsteiner Weg und der Paul-Gerhard-Straße. Sie stammt von einer Firma aus Wien, die für das gelungene Design ausgezeichnet wurde.
Die Straßenleuchte ist jedoch nicht nur schön, sondern hat es auch sich. Zwölf Leuchtdioden (LED) sorgen für Licht in der Nacht, ein Steuergerät schaltet auf Wunsch in eine Sparschaltung um. Für Dr. Konrad Herz vom Arbeitskreis Energie sind Leuchtdioden die "Glühlampen der Zukunft". Bei voller Ladung könne die Lampe 24 Stunden leuchten - ohne Netzanschluss. Das Betriebsleben der Lampe werde in einer Speicherkarte aufgenommen, so Herz, so können das Lade- und Entladeverhalten des Akkus, die Betriebsdaten der Solarzellen und eventuelle Störungen später abgelesen werden.
"Wir wollen Erfahrungen sammeln", meinte gestern Herrenbergs Erster Bürgermeister Andreas Gravert, der von einer "Premiere in Herrenberg" sprach. Allerdings soll es bei dieser ersten Solarleuchte nicht bleiben, es soll nun ein zweiter, weit größerer Schritt folgen. Geplant ist eine Ausleuchtung des Fuß- und Radwegs vom Schulzentrum Längenholz bis zum Gültsteiner Wohngebiet "Höchst II". Kosten: 30000 Euro. Gestern Abend wurde im Technischen Ausschuss das Thema behandelt, die Verwaltung schlug eine Realisierung vor, sobald die Finanzmittel im Haushalt gesichert sind.