
Kann es gelingen, die klimapolitischen Ziele der Bundesrepublik umzusetzen und unsere Energieversorgung in wenigen Jahrzehnten von Kohle, Öl, Gas und Atomenergie auf erneuerbare Energien umstellen? Der klimaschädliche Ausstoß von Kohlendioxid soll dadurch bis 2050 um 85% vermindert werden. Gerade jetzt nach der Reaktorkatastrophe in Japan, wo die meisten Menschen in Deutschland den Umstieg auf erneuerbare Energien und den raschen Ausstieg aus der Atomenergie wünschen, ist das ein spannendes Thema!
In mehreren Szenarien wird untersucht, wie sich eine verbesserte Energienutzung der Stromverbraucher, Energieeinsparungen bei der Wärmeversorgung, zukünftige Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern, der Ausbau von Wind-, Bio- und Solarenergie und der Ausstieg aus der Atomenergie auf den Strompreis, die Volkswirtschaft und die Verminderung des Energieverbrauchs und der Treibhausgas-Emissionen auswirken. Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein Ausbau der Stromnetze, ein intelligentes Energiemanagement und eine Energiespeicherung erforderlich. Die Energieträger Wasserstoff und Methan können dabei eine dominierende Rolle spielen.
Die "Leitstudie 2010" (Link: www.dlr.de/.../leitstudie2010.pdf) beschreibt Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland bei Berücksichtigung der Entwicklung in Europa und global. Hier beispielhaft ein Auszug, der einen interessanten Aspekt (rot) beleuchtet:
"Es kommen etwa 70% der für energetische Zwecke eingesetzten Primärenergie (12374 PJ/a in 2009) als Endenergie dem eigentlichen Verbrauch zu Gute. Die Verluste entstehen mit rund 7% zum geringeren Teil bei der Bereitstellung fossiler Energieträger und von Strom (Raffinerien, Transport- und Verteilungsverluste u. a.), den weitaus größten Teil der Verluste stellen jedoch die Abwärmeverluste bei der Erzeugung von Strom aus thermischen Kraftwerken dar. Mit rund 2900 PJ/a (~23%) sind sie rein rechnerisch höher als der gesamte Raumwärmebedarf. Im Vergleich dazu sind die rund 450 PJ/a genutzte KWK-Wärme verhältnismäßig gering. Hier liegen also durch die Ausweitung der Kraft-Wärme-Kopplung und durch den Ersatz von thermischen Kraftwerken durch erneuerbare Energien beträchtliche Einsparpotenziale für den Primärenergieeinsatz."